Ein anders  einzigartiges Ph&auml;nomen, das erschien und die Bewahrung der Sunnah  unterst&uuml;tzte, war das Reisen und die Erforschung der Hadithe, um die  Quellen herauszufinden und mehr Hadithe in B&auml;nden zusammenzufassen.&nbsp; Von  all den verschiedenen religi&ouml;sen Gemeinschaften der Welt hat nur die  islamische Gemeinschaft den Segen erfahren, zwei besondere  Charakteristika zu haben, die sie davor gesch&uuml;tzt haben, ihre  urspr&uuml;nglichen, reinen Lehren zu verlieren.&nbsp; Diese beiden einzigartigen  Charakteristika sind die Verwendung des Isnad, die zuvor  ausf&uuml;hrlich beschrieben wurde, und die Reisen, die unternommen wurden,  um Hadithe zu erforschen, was jetzt diskutiert werden soll.&nbsp; Das gro&szlig;e  Verlangen nach religi&ouml;sem Wissen unter den Muslimen f&uuml;hrte Einzelne  dazu, alleine monatelang auf Reisen zu gehen, um einfach nur eine  einzige Aussage des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,  zu sammeln oder zu best&auml;tigen.&nbsp; Diese Hingabe zum Hadith und diese  Bereitwilligkeit, jede Erscheinung dieses weltlichen Lebens zu opfern,  waren es, die hervorragend dazu beitrugen, die Bewahrung der Hadithe des  Propheten zu vervollst&auml;ndigen.&nbsp; M. Zubayr Siddiqi hat geschrieben:&nbsp; &nbsp;&nbsp; 
&nbsp;

All  diese verschiedenen Generationen von &ldquo;&Uuml;berlieferern&rdquo; zeigten wunderbare  Regsamkeit auf der Verfolgung der Hadithe. &nbsp;Ihre Liebe f&uuml;r die Sache  war grundlegend und ihr Enthusiasmus grenzenlos.&nbsp; Ihre Bereitwilligkeit  um ihretwillen zu leiden kannte keine Grenzen.&nbsp; Die Reichen von ihnen  opferten ihren Reichtum auf dem Altar; und die Armen von ihnen widmeten  ihre Leben trotz ihrer Armut.[1]
Warum  war das Verlangen nach Wissen unter diesen fr&uuml;hen Muslimen so gro&szlig;?  &nbsp;Keiner kann diese Frage vollst&auml;ndig beantworten, aber es muss viele  Gr&uuml;nde f&uuml;r dieses starke Verlangen gegeben haben. &nbsp;Von diesen Gr&uuml;nden  waren folgende:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
(a)&nbsp;&nbsp;  Das Wissen von den Hadithen war diesen frommen Seelen bekannt und  f&uuml;hrte sie zur Handlungsweise des Propheten. &nbsp;Und au&szlig;erdem wussten sie,  dass sie, wenn sie seinen Spuren folgen, Gott n&auml;her kommen w&uuml;rden.&nbsp;
(b)&nbsp; Der Qur&acute;an und der Prophet haben die Werte und die Wichtigkeit, Wissen zu erlangen betont.&nbsp; Gott sagt:&nbsp; &nbsp;
&ldquo;&hellip;Sprich: &ldquo;Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?&rdquo;...&rdquo; (Quran 39:9)
Und auch:
&ldquo;&hellip;Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen Dienern f&uuml;rchten Allah&hellip;&rdquo; (Quran 35:28)
Einige Aussagen des Propheten zu diesem Thema sind:&nbsp;

&ldquo;Wer sich auf der Suche nach Wissen auf einen Weg begibt, f&uuml;r den macht Gott den Weg zum Paradies leicht&hellip;&rdquo;[2] (Sahieh Muslim)&nbsp; &nbsp;&nbsp;

Der Prophet sagte ebenfalls: &nbsp;&nbsp;&nbsp;
&ldquo;Wenn  der Sohn Adams stirbt, enden alle seine guten Taten au&szlig;er Dreien: ein  fortdauerndes Almosen, n&uuml;tzliches Wissen [das er zur&uuml;cklie&szlig; und von dem  die Menschen einen Nutzen haben] und ein rechtschaffenes Kind, das f&uuml;r  ihn Bittgebete spricht.&rdquo;[3] (Sahieh Muslim)&nbsp; 

&nbsp;  Die fr&uuml;hen Gelehrten erkannten die Wichtigkeit, Wissen zu Erlangen, und  sie erkannten auch, dass es kein besseres Wissen gibt, als Wissen &uuml;ber  den Sch&ouml;pfer. &nbsp;Daher taten sie ihr Bestes, um die Lehren Seines  Propheten zu lernen.&nbsp;

Beispiele  aus den fr&uuml;hen Jahren werden ein deutlicheres Bild von diesen Reisen  auf der Suche nach Hadithen geben. &nbsp;Eigentlich kann man sagen, dass  diese Reisen auf der Suche nach Hadithen bereits w&auml;hrend der Zeit des  Propheten begonnen hatten.&nbsp; Das heisst, bereits zur Zeit des Propheten  kamen die Menschen von au&szlig;erhalb nach Medina, um den Propheten &uuml;ber  bestimmte Angelegenheiten zu fragen.&nbsp; In manchen F&auml;llen kamen sie zum  Propheten, um nachzufragen, ob etwas stimmte, das sie von den Vertretern  des Propheten geh&ouml;rt hatten. &nbsp;In al-Bukhari und Muslim kann man sehen, dass die anderen Gef&auml;hrten sich auf ein solches Ereignis  freuten. &nbsp;Das kann man der Aussage von Anas entnehmen, der sagte, dass  es ihnen untersagt war, dem Propheten zu viele Fragen zu stellen, also  freuten sie sich dar&uuml;ber, wenn ein intelligenter Beduine angereist kam,  um dem Propheten bestimmte Fragen zu stellen.&nbsp;

Die  folgenden Beispiele stammen von Gef&auml;hrten, die Reisen unternahmen, um  Hadithe, die sie selbst vom Propheten geh&ouml;rt hatten, best&auml;tigt zu  bekommen.[4]
Imam al-Bukhari berichtete in seinem Sahih,  dass Jaabir ibn Abdullah einen ganzen Monat reiste, um einen einzigen  Hadith von Abdullah ibn Unais zu bekommen.&nbsp; In einer Version, die von  at-Tabaraani berichtet wird, heisst es, dass Jabir sagte: &ldquo;Ich hatte  einen Hadith unter Berufung auf den Propheten &uuml;ber Vergeltung geh&ouml;rt und  derjenige, der den Hadith [direkt vom Propheten]&nbsp; &uuml;berliefert hat, war  in &Auml;gypten; also kaufte ich ein Kamel und reiste nach &Auml;gypten... &rdquo;[5]

Der  Gef&auml;hrte Abu Ayyub reiste den ganzen Weg nach &Auml;gypten, um Uqba ibn Amr  &uuml;ber einen Hadith zu befragen.&nbsp; Er erz&auml;hlte Uqba, dass nur er und Uqba  &uuml;brig waren, die diesen bestimmten Hadith direkt vom Propheten geh&ouml;rt  hatten.&nbsp; Nachdem er den Hadith geh&ouml;rt hatte, war sein Anliegen in  &Auml;gypten erledigt und er kehrte nach Medina zur&uuml;ck. &nbsp;

Einer  der Gef&auml;hrten reiste, um Fadhala ibn Ubaid zu besuchen und sagte ihm,  er k&auml;me nicht nur zu Besuch, sondern auch, um ihn &uuml;ber einen Hadith zu  befragen, den sie beide vom Propheten geh&ouml;rt hatten; und der Gef&auml;hrte  hoffte, dass Fadhala den vollst&auml;ndigen Wortlaut des Hadithes habe.[6]
Anderen  Geschichten der Gef&auml;hrten kann man entnehmen, dass sie grunds&auml;tzlich  aus zwei Gr&uuml;nden auf der Suche und Forschung nach Hadithen auf Reisen  gingen:

(a)&nbsp;&nbsp;  Um einen Hadith von einem Mit-Gef&auml;hrten zu h&ouml;ren, da sie selbst nicht  die Ehre gehabt hatten, diesen direkt vom Propheten geh&ouml;rt zu haben; und  um damit ihre Hadith-Kenntnisse zu vermehren. &nbsp;

(b)&nbsp;  Um den Wortlaut und/oder die Bedeutung eines Hadith zu best&auml;tigen, den  sie oder andere Gef&auml;hrten direkt vom Gesandten Gottes geh&ouml;rt hatten.  &nbsp;Also haben sogar die Gef&auml;hrten immer wieder die Reinheit der Hadithe,  die sie &uuml;berliefert haben, &uuml;berpr&uuml;ft, nachgesehen und sichergestellt.

W&auml;hrend  der Zeit der Studenten der Gef&auml;hrten (&acute;Nachfolger&acute;genannt) verminderte  sich das Verlangen und die Bereitwilligkeit, zu reisen, nur um einen  Hadith des Propheten zu h&ouml;ren oder zu best&auml;tigen, &uuml;berhaupt nicht.&nbsp;  Medina, die Stadt, die viele Jahre das Zuhause des Propheten gewesen  war, war das Heim der Sunna und die Stadt, in der sich nach dem Tod des  Propheten zahlreiche seiner Gef&auml;hrten aufhielten, war wahrscheinlich das  Hauptzentrum der Anziehung, aber tats&auml;chlich zog jeder Ort &bdquo;Reisende&ldquo;  an, der bekannt daf&uuml;r war, dass dort ein bestimmter Hadith des Propheten  geh&ouml;rt werden konnte.&nbsp; &nbsp;

Daf&uuml;r  k&ouml;nnten wir viele Beispiele geben. &nbsp;Al-Khatieb al-Baghdadi hat ein  ganzes Buch &uuml;ber das Thema dieser Reisen, um Hadithe zu erforschen,  geschrieben. &nbsp;Sein Werk tr&auml;gt den Titel Al-Rihla fi Talab al-Hadeeth (&ldquo;Reisen auf der Suche nach Hadithen&rdquo;).&nbsp; Was dieses Werk noch  interessanter macht, ist, dass es sich nicht einfach mit den Gelehrten  befasst, die reisten, um Hadith zu lernen. &nbsp;Dies tat fast jeder Gelehrte  in der Geschichte des Islam.&nbsp; Wenn ein Gelehrter allerdings nicht  reiste, war dies f&uuml;r gew&ouml;hnlich seltsam, denn es war normal zu reisen.  &nbsp;Dieses Buch aber, wie der Verleger des Werkes Nur al-Dien Itr betont,  handelt von den Reisen auf der Suche nach nur einem Hadith und nicht  nach Hadithen im allgemeinen...![7]
 

 Footnotes: 

[1] M. Z. Siddiqi,&nbsp; Hadeeth Literature: Its Origin, Development, Special  Features and Criticism (Calcutta: Calcutta University Press, 1961), S.  48.


[2] Sahieh Muslim.


[3] Sahieh Muslim.


[4] F&uuml;r weitere Beispiele siehe Akram Dhiyaa Al-Umari, Buhooth fi Tareekh al-Sunnah al-Musharrifah (Beirut: Muassasah al-Risaalah, 1975), S. 203f.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;


[5] Ibn Hajar sagt, diese Version habe eine gute Kette. Cf., ibn Hajar, Fath al-Baari, vol. 1, S. 174.


[6] Dieser Vorfall wurde von Abu Dawud berichtet.


[7] Siehe Nur al-Dien seine Einleitung zu al-Khatieb al-Baghdaadi, al-Rihlah fi Talab al-Hadieth (Beirut: Daar al-Kutub al-Ilmiyyah, 1975), S. 10.

